Vom Beruf zum Job
Was bist du von Beruf? Diese Frage bekommt man im Laufe des Lebens viele Male gestellt, selbst in der Pension wird nach der ehemaligen Profession gefragt. Die Antworten waren früher klar: Ich bin Tischler, Mechaniker, Koch oder Ähnliches! Der Beruf stiftete Identität. Man hat ihn jung erlernt, ist in ihm gereift und hat im Laufe der Jahre einen Erfahrungsschatz erarbeitet, der den Jungen fehlt. Deswegen war man wertvoll für Unternehmen.
Jobhopping
Heute wird jedoch immer weniger vom Beruf gesprochen, denn man hat nun Jobs. Die sind beliebig und austauschbar. Der Projektcharackter steht im Vordergrund. Heute endet jedes zweite Beschäftigungverhältnis innerhalb eines Jahres. Während eines Lohnarbeitslebens muss man heute davon ausgehen mehr als sieben Jobs anzutreten. Das Berufsleben wird durch eine Sequenz von unzusammenhängenden Projekten und unvermittelbaren Teilerfahrungen ersetzt. Damit ändert sich auch die Arbeitsmotivation. Durch Lohnarbeit will man Statuskonsum demonstrieren können.
Erfahren im Alter, flexibel in der Jugend?
Nimmt man nun diese beiden Paradigmen des Jobs und des Berufes so würde es aus der Perspektive des Berufes heißen, dass ältere Arbeitnehmer vielleicht langsamer, jedoch aufgrund ihrer Qualifikationen mit Sicherheit besser wären. In der Konzeption des Jobs ist Ausbildung jedoch unbeständig, wodurch Berufsqualifikationen an Wert verlieren würden. Beständigkeit und Erfahrung stehen im Gegensatz zu den Erfordernissen der Mobilität und Flexibilität. Kann man jedoch annehmen, dass ältere Arbeitnehmer langsamer und dazu noch schlechter als jüngere sind? Gibt es diese Trennung von Jungen und Alten überhaupt und wenn ja, welche Konsequenzen hat das auf den Arbeitsmarkt?
Unsere Gesellschaft wird aus demografischer Sicht jedenfalls nicht jünger. Daher braucht es für die Zukunft Arbeitsmarktstrategien für Ältere, das scheint klar zu sein. Hier wird es um Weiterbildung, innovative Ideen und um den integrativen Arbeitsmarkt gehen.
Fachtagung integrativer Arbeitsmarkt
Die Zukunft von älteren Erwerbstätigen im Sinne von „Productive Ageing“ ist nur ein Bereich des integrativen Arbeitsmarktes. Um verschiedene Sichtweisen einbringen zu können, wurden Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis eingeladen bei der Fachtagung des FAB zum Thema „Beschäftigung mit Arbeit – integrativer Arbeitsmarkt – Lebens- und Teilhabechance für alle?“ zu sprechen.
Wann:
29. & 30. Oktober 2009
Wo:
K1- Seminar- und Konferenzzentrum der BBRZ Reha GmbH
Grillparzerstraße 50
4020 Linz
Als Referenten sind am Donnerstagvormittag unter anderem Sozialminister Rudolf Hundstorfer und der renommierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Nikolaus Dimmel im Einsatz. Am Nachmittag werden Workshops angeboten. Dabei geht es um die Bedeutung und Wirksamkeit des bestehenden zweiten Arbeitsmarkts, um Denkmodelle für einen erweiterten (dritten) Arbeitsmarkt, um Zielgruppen und gesetzliche Voraussetzungen für einen solchen Arbeitsmarkt oder um den vermeintlich unversöhnlichen Gegensatz zwischen Wirtschafts- und Gemeinwesenorientierung. Die Ergebnisse der Workshops werden tags darauf ab 9 Uhr präsentiert. Den Abschluss am Freitag bildet eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem Soziallandesrat Josef Ackerl teilnehmen wird.
Dabei sein!
Wer vor Ort mitdiskutieren möchte, kann sich noch bis 18. September anmelden. Wer nicht dabei sein kann wird über Facebook, Twitter, Xing und natürlich hier auf unserem Blog auf dem Laufenden gehalten.
Es gibt ja nicht nur das Jobhopping. Teilweise geht sowas ja schon viel früher in der Ausbildung los.
Viele stellen fest, leider erst nach der Ausbildung, dass der erlernte Beruf doch nichts für sie ist und schlagen sich als Quereinsteiger ungelernt durch oder haben das Durchhaltevermögen, sich mit einer neuen berufsausbildung wieder am Arbeitsmarkt zu behaupten.
Ich habe hierzu diesen Artikel gefunden, der zwar schon etwas älter ist, aber sicherlich noch aktell ist.
http://www.jobkrise.de/de/jobsuche-gruendung-business-668.html