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FAB Fachtagung zum „nachschauen“

November 18, 2009

Die ersten Videos sind da, für alle, die bei der Konferenz nicht dabei sein konnten und trotzdem die spannenden Vorträge hören möchten bzw. für alle Teilnehmer, die dabei waren und nochmals sich in das Thema vertiefen möchten.

Bericht von LT1 zur Fachtagung

Link: FAB Fachtagung Impressionen & Interviews

Fachvortrag Martin Schenk, Diakonie Österreich, Armutskonferenz

Link: FAB Fachtagung Vortrag Martin Schenk

Fachvortrag Mag. Silvia Kunz, FAB Geschäftsführung

Link: FAB Fachtagung Vortrag Mag. Silvia Kunz


Lebens- und Teilhabechance für alle?

November 10, 2009

„Ein subventionierter Arbeitsmarkt, der nicht als Transferstation in der Arbeitsbiographie gestaltet ist, sondern als sozialer Ort, als Segment des Arbeitsmarkts, auf dem man (unter bestimmten Voraussetzungen) dauerhaft (also bis zum Pensionsantritt) verweilen kann (arbeiten, Versicherungszeiten erwerben).“

So definiert Frau Mag. Silvia Kunz, Geschäftsführerin des FAB, im Rahmen der am 29. und 30.10.2009 stattgefundenen FAB-Fachtagung „Beschäftigung mit Arbeit“ den integrativen Arbeitsmarkt. Was dieser zu bedeuten hat und warum er in Zukunft wichtig sein wird, galt es im Rahmen dieser beiden Tage zu diskutieren.

Alles dreht sich um das liebe Geld?

Dass Arbeit für Menschen wichtig ist, schien im Rahmen der Veranstaltung niemand in Frage zu stellen, lieferte Direktor Wolfgang Gruber, Geschäftsführer des FAB, doch die Begründung dafür:

„Arbeit sorgt für gesellschaftliche Integration, Stabilität, Sicherheit sowie für Werte und Wertgefühl. Darüber hinaus sichert sie die Existenz und unser Sozialsystem.“

In wenigen Worten fasst er damit die unterschiedlichen Dimensionen von Arbeit zusammen, wodurch aufgezeigt wird, dass es für die Gesellschaft und für Arbeitslose um mehr geht als nur um Geld.

Das Finanzielle spielt jedoch auch über Umwege eine nicht unwesentliche Rolle, wenn man über den Arbeitsmarkt diskutiert, nämlich im Bezug auf die Pensionen. Josef Ackerl, Soziallandesrat in Oberösterreich, meinte dazu, dass unser Pensionssystem an sich nicht schlecht ist, aber es baue eben darauf auf, dass es möglichst viele Beschäftigte gibt. Damit liefert das Pensionssystem einen Grund für den integrativen Arbeitsmarkt, da es in Zukunft immer weniger Arbeitsplätze für die gesamte Bevölkerung am ersten Arbeitsmarkt geben wird und damit nicht genügend Beschäftigte.

Prof. Dr. Emmerich Tálos von der Universität Wien, stellt dazu passend fest, dass Beschäftigungsfähigkeit nicht gleich Marktfähigkeit bedeutet. Beides gemeinsam sind wichtige Punkte für die Rechtfertigung eines integrativen Arbeitsmarktes.

Für den Sozialminister Rudolf Hundstorfer ist Geld ebenfalls sehr wichtig, gilt es einen integrativen Arbeitsmarkt auch finanziell zu fördern. Darum freute er sich, den Teilnehmern der Fachtagung verkünden zu können, dass sein Arbeitsmarktbudget erweitert wurde und er damit positiv einem integrativen Arbeitsmarkt entgegen sieht.

Dieses Budget wird auch wichtig sein, so stellt ein Teilnehmer der Fachtagung richtig fest, dass Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt nicht als Zweck, die Schaffung von Arbeitsplätzen sehen, sondern die Erwirtschaftung von Geld, wofür oftmals Arbeitskräfte benötigt werden. Sozialbetriebe hingegen haben als Zweck die Schaffung von Arbeitplätzen, wofür sie Geld brauchen.

Erfolgreiche Fachtagung

Verschiedene Blickwinkel wurden an den beiden Tagen von den Teilnehmern aufgezeigt, denn nicht nur die Vortragenden, auch das Publikum bestehend aus Vertretern von verschiedenen NGOs bzw. sozialen Betrieben, der Politik, des Arbeitsmarkts und von Organisationen der Interessensvertretungen, war eingeladen, den Begriff des „integrativen Arbeitsmarktes“ zu erarbeiten und seine Bedeutung für den österreichischen Sozialstaat und Arbeitsmarkt.

An zwei Tagen konnte man über die Zukunft des Arbeitsmarktes und über die damit einhergehenden Strukturänderungen nachdenken. Wie schnell es zur Ausprägung eines integrativen Arbeitsmarktes kommen kann bzw. wird, muss erst gesehen werden. Der Bedarf daran scheint jedoch gesichert.

Nähere Informationen zur Tagung finden Sie in unserer Tagungsmappe.

Ein Video über die Tagung, mit Interviews unter anderem mit Sozialminister Hundstorfer und FAB Direktor Gruber, können Sie hier betrachten.

Weitere Unterlagen zu den Referaten und Workshops sowie Videos folgen in Kürze! Inzwischen gibt es hier einige Schnappschüsse der Veranstaltung.

Umdenken in der Krise und Solidarität entdecken

Oktober 16, 2009

Die Krise hat ihre Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Der Arbeitsmarkt zieht nach und verschärft die Situation der Arbeitslosen. Vielerorts spricht man jedoch von der reinigenden Wirkung der Krise. Jetzt neu starten! Aber diesmal richtig machen! Doch wie?

In andere Richtungen schauen

Man wird in der Wirtschaft umdenken müssen. Permanentes Wachstum darf kein Selbstzweck sein. Ziel sollte nicht mehr der Profit sein, sondern ein gutes Leben für alle. Voraussetzung dafür ist ein Grundmaß an Solidarität. Ein Besinnen auf alle Menschen, nicht nur auf sich selbst. Die Verantwortung dafür haben wir alle, in erster Linie jedoch die Politik. Hier besteht Handlungsbedarf, um nicht wieder in die gleichen Fallen von früher zu tappen. Manchmal muss man dafür den Blickwinkel ändern und sich über neue, vielleicht solidarischere Konzepte Gedanken machen.

Am Beispiel der Beschäftigungspolitik würde so ein solidarischer Ansatz integrativer Arbeitsmarkt heißen. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass zunehmend ein Segment potenzieller Arbeitskräfte dauerhaft aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzt ist oder nur mehr unter katastrophalen Bedingungen „Beschäftigung” fände. Gleichzeitig wären eine Menge Tätigkeiten zu verrichten, die aber nicht „marktfähig” seien. Der integrative Arbeitsmarkt würde als Ergänzung zum ersten Arbeitsmarkt funktionieren und für die betroffenen Menschen sinnstiftend wirken, abgesehen von den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen. Eine Gesellschaft in der alle ihren Beitrag leisten, in der alle wertvoll sind und gebraucht werden. Das wär doch was!

Warum das wichtig ist?

Wolfgang Iro schreibt dazu in seiner Diplomarbeit:

„Zwar wird das soziale Problem Arbeitslosigkeit allgemein als unbestreitbare Tatsache anerkannt, nicht aber zwangsläufig in ihrer moralischen Dimension. Der Zustand erzwungener Arbeitslosigkeit geht in einer Gesellschaft der Tätigen unweigerlich mit sozialer Entwürdigung einher. Ein Verlust der Teilhabe in der Erwerbsgesellschaft ist nicht auf ein mit Transferleistungen beantwortbares Konsumproblem reduzierbar. Es geht auch um „Wunden“ an der Selbstachtung, um das Gefühl, gebraucht zu werden, um Stolz den Lebensunterhalt selbst zu verdienen.“

Das fasst zusammen, was für jeden nachvollziehbar ist. Auch für die Politik. In einer politischen Auseinandersetzung muss über eine Veränderung am Arbeitsmarkt diskutiert werden, um Lösungen anbieten zu können, die den Menschen helfen und ihnen Selbstvertrauen und Stolz zurückzugeben.

Der Wandel des Wohlfahrtstaates

Oktober 8, 2009

In den Wirtschaftswissenschaften bezeichnet Wohlfahrtsstaat eine Wirtschaftsordnung, die durch weit reichende staatliche Eingriffe in die marktwirtschaftliche Selbststeuerung gekennzeichnet ist, um nach Zielen wie Vollbeschäftigung, sozialer Sicherheit und sozialem Ausgleich zu streben. Im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs sieht sich jedoch nicht nur die Wirtschaft sondern auch der Wohlfahrtsstaat in der Krise.

Beschäftigung ohne Möglichkeit?

Das übergeordnete Ziel von Wohlfahrtsstaaten ist tendenziell ein anderes geworden. Es besteht nicht länger darin Lohnersatzleistungen auszubezahlen sondern es geht nun vielmehr um die (Wieder)Herstellung der Handlungsfähigkeit, insbesondere der Arbeitsfähigkeit.

Daraus ergeben sich Fragen zur Bestimmung des Wohlfahrtstaates wie Jean-Michel Bonvin im Rahmen einer Tagung der Arbeiterkammer zur europäischen Arbeitsmarktpolitik feststellt:

Liegt die Bestimmung von Sozialschutzsystemen darin, Geld oder ähnlich geartete Ressourcen zu verteilen? Oder ist es ihre Aufgabe, den SozialleistungsempfängerInnen ein bestimmtes Verhalten oder eine bestimmte Funktion aufzuzwingen? Oder sollen Sozialschutzsysteme vielmehr die Voraussetzung dafür schaffen, dass die/der Einzelne in allen Lebensbereichen frei über ihr/sein Tun entscheiden kann?

Bonvin stellt fest, dass die Erhöhung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit zum Beispiel durch Qualifizierung, ohne tatsächliche Beschäftigungsmöglichkeiten keinen Sinn macht.

Im Zuge dessen könnte in Zukunft ein integrativer Arbeitsmarkt dem Problem der Beschäftigungsmöglichkeit entgegentreten, indem er Arbeit schafft, die jenseits vom ersten Arbeitsmarkt angesiedelt ist, der ohnehin immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung hat.

Was meint die EU?

Die EU denkt, vor allem in Hinblick auf das europäische Jahr der Armutsbekämpfung 2010, laut über den integratvien Arbeitsmarkt nach. Die Ansätze dafür sind bereits in der europäischen Beschäftigungsstrategie gegeben. Hier empfielt die EU eine Forcierung des lebensbegleitenden Lernens und des aktiven Alterns.

Die Positionen in Österreich zu diesem Thema sind noch wenig besetzt. Dass diese Diskussion verstärkt wird durch die Wirtschaftskrise, könnte jedoch den Prozess beschleunigen.

Der FAB widmet sich daher diesem Thema und diskutiert die Möglichkeiten eines integrativen Arbeitsmarktes bei einer Fachtagung.

Integrativer Arbeitsmarkt in der Krise?

September 25, 2009

Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde und verschärft die Situation am Arbeitsmarkt. Viele Menschen überlegen lange dieser Tage bevor sie einen Job kündigen, denn es ist nicht sicher, ob sie wieder eine neue Arbeit finden. Besonders in den Medien wird von der steigenende Zahl der Arbeitslosen und von Firmen, die Stellen abbauen, berichtet. Doch die große Welle der Arbeitslosigkeit steht erst am Beginn. Wenn sogar Manager um ihre Jobs zittern, wie ist dann erst die Situation für Geringerqualifizierte?

Die Anforderungen an die Beschäftigten steigen angesichts des durch die Globalisierung ausgelösten Drucks immer weiter. Die Automatisierung hat große Teile des traditionellen Niedriglohnsektors aufgelöst. Die Chancen für Menschen mit verminderten Leistungsvermögen verringern sich.

Paradigmenwechsel

Die bisherige Arbeitsmarktpolitik in Österreich und Deutschland hat sich darauf konzentriert, Arbeitslose für den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen. Was wenn es dort jedoch nun nicht genügend Arbeitsplätze mehr gibt?
Ein neuer Blickwinkel könnte helfen: Für diejenigen, die auf Dauer im ersten Arbeitsmarkt keine Chancen haben, könnten in einem neuen „Dritten“ Arbeitsmarkt unbefristete und solide finanzierte Arbeitsplätze finden – auch wenn es nicht einfach ist.

Zu teuer?

Integrationsbetriebe in Deutschland erwirtschaften in der Regel 70 % ihrer Personalkosten am Markt, die restlichen 30 % zahlt die öffentliche Hand als Minderleistungsausgleich. Überträgt man dieses Modell auf den dritten Arbeitsmarkt, wird im Durchschnitt ein Arbeitsplatz mit 600 – 800 Euro monatlich bezuschusst. Berücksichtigt man dabei, dass die so Beschäftigten einen Teil dieses Zuschusses wieder in die Sozialversicherung einzahlen würden, statt sie zu belasten, und darüber hinaus mit ihrer Arbeit volkswirtschaftliche Werte schaffen, dann wird schnell deutlich, dass die öffentliche Unterstützung von Arbeit in dieser Form auf keinen Fall teurer bzw. sogar preiswerter wäre als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit.

Ob so ein System in Österreich auch denkbar ist, ist noch offen. Dass es Lösungsansätze für die steigende Arbeistlosigkeit braucht, ist jedoch unumstritten. Über Ideen dazu wird in Zukunft diskutiert werden müssen, um zu einer bestmöglichen Lösung zu kommen. Ob es der integrative Arbeitsmarkt sein kann wird vom FAB bei einer Fachtagung diskutiert.

Vom Beruf zum Job

September 18, 2009

Was bist du von Beruf? Diese Frage bekommt man im Laufe des Lebens viele Male gestellt, selbst in der Pension wird nach der ehemaligen Profession gefragt. Die Antworten waren früher klar: Ich bin Tischler, Mechaniker, Koch oder Ähnliches! Der Beruf stiftete Identität. Man hat ihn jung erlernt, ist in ihm gereift und hat im Laufe der Jahre einen Erfahrungsschatz erarbeitet, der den Jungen fehlt. Deswegen war man wertvoll für Unternehmen.

Jobhopping

Heute wird jedoch immer weniger vom Beruf gesprochen, denn man hat nun Jobs. Die sind beliebig und austauschbar. Der Projektcharackter steht im Vordergrund. Heute endet jedes zweite Beschäftigungverhältnis innerhalb eines Jahres. Während eines Lohnarbeitslebens muss man heute davon ausgehen mehr als sieben Jobs anzutreten. Das Berufsleben wird durch eine Sequenz von unzusammenhängenden Projekten und unvermittelbaren Teilerfahrungen ersetzt. Damit ändert sich auch die Arbeitsmotivation. Durch Lohnarbeit will man Statuskonsum demonstrieren können.

Erfahren im Alter, flexibel in der Jugend?

Nimmt man nun diese beiden Paradigmen des Jobs und des Berufes so würde es aus der Perspektive des Berufes heißen, dass ältere Arbeitnehmer vielleicht langsamer, jedoch aufgrund ihrer Qualifikationen mit Sicherheit besser wären. In der Konzeption des Jobs ist Ausbildung jedoch unbeständig, wodurch Berufsqualifikationen an Wert verlieren würden. Beständigkeit und Erfahrung stehen im Gegensatz zu den Erfordernissen der Mobilität und Flexibilität. Kann man jedoch annehmen, dass ältere Arbeitnehmer langsamer und dazu noch schlechter als jüngere sind? Gibt es diese Trennung von Jungen und Alten überhaupt und wenn ja, welche Konsequenzen hat das auf den Arbeitsmarkt?

Unsere Gesellschaft wird aus demografischer Sicht jedenfalls nicht jünger. Daher braucht es für die Zukunft Arbeitsmarktstrategien für Ältere, das scheint klar zu sein. Hier wird es um Weiterbildung, innovative Ideen und um den integrativen Arbeitsmarkt gehen.

Fachtagung integrativer Arbeitsmarkt

Die Zukunft von älteren Erwerbstätigen im Sinne von „Productive Ageing“ ist nur ein Bereich des integrativen Arbeitsmarktes. Um verschiedene Sichtweisen einbringen zu können, wurden Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis eingeladen bei der Fachtagung des FAB zum Thema „Beschäftigung mit Arbeit – integrativer Arbeitsmarkt – Lebens- und Teilhabechance für alle?“ zu sprechen.

Wann:
29. & 30. Oktober 2009

Wo:
K1- Seminar- und Konferenzzentrum der BBRZ Reha GmbH
Grillparzerstraße 50
4020 Linz

Als Referenten sind am Donnerstagvormittag unter anderem Sozialminister Rudolf Hundstorfer und der renommierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Nikolaus Dimmel im Einsatz. Am Nachmittag werden Workshops angeboten. Dabei geht es um die Bedeutung und Wirksamkeit des bestehenden zweiten Arbeitsmarkts, um Denkmodelle für einen erweiterten (dritten) Arbeitsmarkt, um Zielgruppen und gesetzliche Voraussetzungen für einen solchen Arbeitsmarkt oder um den vermeintlich unversöhnlichen Gegensatz zwischen Wirtschafts- und Gemeinwesenorientierung. Die Ergebnisse der Workshops werden tags darauf ab 9 Uhr präsentiert. Den Abschluss am Freitag bildet eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem Soziallandesrat Josef Ackerl teilnehmen wird.

Dabei sein!

Wer vor Ort mitdiskutieren möchte, kann sich noch bis 18. September anmelden. Wer nicht dabei sein kann wird über Facebook, Twitter, Xing und natürlich hier auf unserem Blog auf dem Laufenden gehalten.

Vollbeschäftigung anders gedacht!

September 10, 2009

In Zeiten der internationalen Wirtschaftskrise zittern die Menschen um ihre Arbeitsplätze. “Nix ist fix” – heißt es so schön in einem Lied von Reinhard Fendrich. Besonders betroffen sind dabei soziale Randgruppen, die auf einen sich verändernden Arbeitsmarkt nicht bestehen können. Die Gesellschaft braucht hier Lösungsansätze. Ein integrativer Arbeitsmarkt gilt als mögliche Antwort.

Bedeutung von Arbeit

Arbeitslosigkeit hieß früher Hunger und Elend. Heute steht die psychische Belastung im Vordergrund, denn die Erwerbsarbeit nimmt in der Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert ein. Der Job ist nicht nur Einkommensquelle sondern dient zur Entwicklung der eigenen Person, wirkt identitätsstiftend und ermöglicht im besten Falle Selbstverwirklichung.

Dem gegenüber stehen die steigenden Anforderungen seitens des Arbeitsmarktes an das Individuum. Schneller, effizienter, leistungsfähiger soll der Mensch von heute sein.

Da fällt es immer schwerer mitzuhalten. Viele schaffen es nicht (mehr). Entweder weil sie den Anforderungen von vornherein nicht entsprechen oder aufgrund von mehr oder weniger unvorhersehbaren Schicksalsschlägen (Krankheit, Behinderung) bzw. absehbaren Entwicklungen (Alter, krankmachende Arbeitsbedingungen).Diese Menschen werden „unbrauchbar“.

Arbeit für alle

Dass das nun auf Dauer eine Ungerechtigkeit ist und höchst wahrscheinlich auch nicht sonderlich nachhaltig für die Zukunft unserer Gesellschaft, liegt wohl auf der Hand, vor allem in Hinblick auf die steigende Zahl von psychischen Erkrankungen aufgrund des Druckes am Arbeitsmarktes und den demografischen Wandel zu einer älteren Bevölkerung.

Was sind daher die Alternativen zum sogenannten ersten bzw. regulären Arbeitsmarkt? Der zweite bzw. integrative Arbeitsmarkt. Wie dieser genau aussehen kann, ist noch unklar. Darüber, dass er von Nöten ist – gerade in Hinblick auf eine Vollbeschäftigung in Europa – , ist sich auch die EU einig.

Auf unserem Weblog möchten wir in Zukunft unter anderen Themen darüber nachdenken, wie ein integrativer Arbeitsmarkt aussehen könnte, warum er gebraucht wird und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um ihn zu ermöglichen.

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